ENTER THE VOID
Montag 11.07.2011 19 Uhr
Schaubühne Lindenfels

MOTION BALANCE 1
Freitag, 03.06.2011 10-18 Uhr
HGB Leipzig, Raum 54

WAS WAR - WAS IST - WAS WÄRE WENN
Dienstag, 05.07.2011 20 Uhr
KAFIC, Café der GfzK Leipzig

zu Gast: Andres Veiel, Berlin


von Gaspar Noé


Moderation: Jamal Cazaré, Carsten Möller

Seit einiger Zeit lebt Oscar (Nathaniel Brown) mit seiner Schwester Linda (Paz de la Huerta) zusammen in Tokio. Sie arbeitet als Stripperin, er dealt mit Ecstasy und DMT. Von seinem Freund Victor wird Oscar an die Polizei verraten und in einer Toilettenzelle von einer Kugel  getroffen. Doch Oscars Tod ist nicht das Ende: der Film verlässt seinen Körper, an den er bis dahin durch einen Point-of-View-Shot gefesselt war und durchläuft drei transzendentale Phasen, die in Anlehnung an das Tibetische Totenbuch (Bardo Thödröl) den Übergang bilden zur Wiedergeburt - oder eben zum Durchbrechen des Kreislaufes und dem Eintritt ins Void (Leere) aka Nirwana.

Ist das nun Kitsch oder meisterhaftes Ausloten der Möglichkeitsformen des Freiraumes Film? Wie immer bei Arbeiten des französischen Skandalregisseur Gaspar Noe scheiden sich an ENTER THE VOID die Geister: der Film sei "ein faszinierendes cinematographisches Erlebnis" (Eugene Hernandez von Indiewire) oder eben „kühn, aber leblos, vibrierend und grämlich“ (Daniel Kasman von theauteurs.com). Zwischen diesen Wertungen macht der Zuschauer eine eigene Erfahrung, die bei [regards] thematisiert und diskutiert werden soll. Erweitert ENTER THE VOID das Kino oder benutzt er den bemühten Rahmen nur für eine Fortsetzung der Dystropie der 90er Jahre?